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Ran und Cameron 01
 

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Erst seit einigen Wochen arbeitet Ran in der Firma und natürlich bekommt er den ganzen Mist aufgebürdet. Aber Ran macht es gern, er hat den Wunsch, sich in der Firma hochzuarbeiten und so sitzt er an seinem kleinen Büro in dem großen Bürogebäude und übersetzt wichtige Firmenunterlagen vom Japanischen ins Englische. Japanisch ist wie seine zweite Muttersprache, er ist mit Englisch und Japanisch aufgewachsen und hat eine Zeitlang in Japan gelebt. "Oh Mann...noch ein wenig, dann hab ich es." Murmelt er zu sich selber, als er aufsteht und seine Teetasse mit zur Kaffeemaschine nimmt, um sich mit heißem Wasser und einem schönen, schwarzen Tee zu versorgen. Während er drauf wartet, daß das Wasser heiß durchläuft, summt er leise ein Lied vor sich hin, schließlich ist er ganz alleine hier und macht Überstunden. Beim Summen stöbert er noch in den Schränken herum, vielleicht waren noch irgendwo ein paar Kekse zu finden.

Genau in diesem Moment tritt Jemand hinter ihn und sieht auf ihn herab - amüsiert hebt sich eine der Brauen in dem maskulinen, doch einnehmenden Gesicht des großen Blauhäutigen und seine leisere, doch tiefe Stimme erklingt in dem kleinen Pausenraum. "Noch so spät hier, Herr Kidaka ? Bereiten ihnen die Unterlagen Schwierigkeiten ?"

Ein leiser, dumpfer Schlag und ein "Autsch..." ist zu hören, als Ranmaru sich den Kopf am Unterschrank anhaut, in dem er gerade fast verschwunden ist. Er hat tatsächlich dort noch ein paar Kekse gefunden und schaut nun auf zu seinem Chef. "Oh...Sir, entschuldigen sie, ich hab sie nicht kommen hören." Noch beim Sprechen erhebt er sich geschmeidig und legt die Kekse auf die Anrichte. "Nicht wirklich Probleme, aber die Handschrift ist sehr bescheiden...Es sind viele Schreibfehler drin, was das Übersetzen erschwert." Erklärt er gleich seine Probleme. Man merkt, daß er in Japan gelebt hat, denn er steht fast wie ein Soldat da, was zeigt, daß er die japanische Disziplin gelernt hatte.

Den jüngeren und schlankeren Mann vor sich betrachtend, nickt Cameron unmerklich - tritt nach einem kurzen Blick wieder einen Schritt zurück und schenkt sich eine Tasse Kaffee ein, während er ihm freundlich antwortet. "Ihr Einsatz ist bemerkenswert, Herr Kidaka - es ist mir schon aufgefallen, daß sie länger bleiben und ihre Aufgaben sehr gewissenhaft erledigen. Ein mehr als löbliches Verhalten ...." Seine dunklere Stimme hallt angenehm durch den kleinen Raum und verklingt nur langsam - mit einem leisen, freundlichen Lächeln, das die Härte seines maskulinen Gesichtes ein wenig mildert, blickt der große Blauhäutige auf den jungen Mischling und rührt ein wenig in dem gezuckerten Kaffee, ehe er den Löffel auf die Seite legt und einen Schluck des heißen Kaffees nimmt.

Ran wird fast dunkel auf den Wangen, aber das verhindert er im letzten Moment noch, weil er an was Anderes denkt, bevor er antwortet und ein wenig lockerer wird. "Nun, ich lasse Arbeit nicht gern unerledigt liegen." Erst jetzt nimmt Ranmaru einen der Teebeutel und taucht ihn in das heiße Wasser, das in seiner Tasse vor sich hindampft. Innerlich bekommt er sich nicht wieder ein, wie kann ein Mann nur so sein wie Cameron. Männlich und sanft und doch respekteinflößend. "Sie haben auch noch zu tun ?" fragt er jetzt, weil er das Gespräch doch noch ein wenig fortsetzen möchte und packt jetzt auch die Kekse aus. "Möchten sie auch ?"

Mit einem leisen Schmunzeln schüttelt der große Niederlassungsleiter unmerklich den Kopf und nimmt einen weiteren Schluck seines Kaffees - stellt die Tasse wieder auf die Ablage und schiebt die Keksschachtel zu dem Schlankeren zurück, ehe er mit einem unmerklichen Lächeln antwortet. "Nein, Danke - ich habe sie mir schon lange abgewöhnt. Doch ich kann mir denken, daß sie sich einige der Kekse zu dem Tee gönnen wollen, Herr Kidaka ...."

Ran fühlt sich erwischt wegen den Keksen und nickt leicht. "Ja, wollte ich, Herr McPhierson...Ich dachte, es wären Keine da, es sind wohl die Letzten." Lächelnd nimmt sich Ran zwei der Kekse und legt sie auf einen kleinen Teller, bevor er den Teebeutel aus der Tasse nimmt und diesen dann wegwirft. "Ich hab's bisher noch nicht geschafft, mir Kekse abzugewöhnen." Ungewollt rutscht es Ran raus und er lächelt verlegen.

"Nun, sie heben die Arbeitsmoral, deshalb habe ich dafür gesorgt, daß die Vorräte ebenso wie Kaffee und Tee täglich aufgestockt werden. Und wie ich sehe, scheinen sie bei ihnen nicht anzuschlagen." Bei den letzten Worten gleiten die saphirblauen Augen des Größeren langsam über den schlanken und durchaus hübschen Körper seines Angestellten und er nickt wohlwollend - trinkt danach einen weiteren Schluck seines Kaffees, wendet sich wieder ab und stellt die Tasse in die Spüle, um nach Draußen und zu dem kleinen Büro des jungen Übersetzers zu gehen.

Ran sieht ihm nach, nimmt dann den Teller und seine Tasse, um ihm zu folgen. Als er in sein Büro kommt, lächelt er leicht, weil Cameron sich seine Arbeit ansieht. Leise stellt Ran seine Tasse und den Teller auf einen freien, kleinen Platz und bleibt noch stehen. "Ich hoffe, sie sind zufrieden, Herr McPhierson ?"

Mit einem leisen "Aber natürlich, Herr Kidaka - ich habe sie der Firma vorgeschlagen, da ich ihren sauberen und akkuraten Stil sowie ihre Übersetzungen sehr schätze. Die Professoren ihrer Universität haben eine sehr hohe Meinung von ihnen - deshalb hat die Firma sie auch angesprochen und sie eingestellt." das Papier wieder zur Seite legend, nickt der große Blauhäutige auf den Sessel vor sich - tritt einen Schritt zur Seite und lächelt wieder wohlwollend, darauf wartend, daß der ein wenig Jüngere sich setzt und weiterarbeitet.

Ran beherrscht sich, daß er nicht doch einen dunklen Schatten auf den Wangen bekommt, ein Lob macht ihn immer verlegen. "Ich bemühe mich auch, daß es so bleibt, Sir." Mit den Worten setzt er sich wieder an seine Arbeit, er kann sich schon denken, daß Cameron ihm ein wenig über die Schulter schaut. Geübt fliegen seine schlanken Finger über die Tasten, während sein Blick auf dem Papier mit der japanischen Schrift liegt. Es ist ein Vertrag, der mit Hand geschrieben wurde und das wohl von einer Person, die schlecht in der Schule gewesen sein musste. "Ich hatte mich Damals sehr gefreut, daß ich hier arbeiten darf und ich freu mich noch immer, denn ich hätte nicht gedacht, so schnell nach der Uni einen guten Job zu bekommen."

Cameron indes hatte ihn aufmerksam beobachtet und dann und wann unmerklich genickt - schmunzelt jetzt leise und neigt sich näher, betrachtet die handschriftlichen Vertragsseiten und antwortet dem Schlankeren schließlich. "Es war nur eine Sache der Formalität, daß sie diesen Job hier bekommen, Herr Kidaka - die Firma hat sehr gute Beziehungen zu der Uni und ich kenne einige der Professoren aus persönlicher Erfahrung, da auch ich dort studierte. Unsere Firma wußte, daß diese Stelle frei werden würde und wir haben uns die besten Kanditaten unter den Studenten herausgegriffen - sie wurden als Bester ausgewählt." Nach den leisen Worten verstummt Cameron wieder und streicht kurz über das Papier der Verträge - richtet sich dann wieder auf und sieht aus dem Fenster auf die dunkle Nacht, die nur spärlich von den Straßenlaternen erhellt wurde. "Es gibt noch etwas, das ich ihnen sagen wollte - das kommende Wochenende begleiten sie mich zu einem wichtigen Verkaufsgespräch nach Aspen. Die Flugkarte bekommen sie im Laufe der Woche, ebenso wie die Reservierung des Hotels - meine Sekretärin hat alles Nötige in die Wege geleitet, sie müssen nur dafür Sorge tragen, daß sie auch für das Wochenende frei sind, von Freitag Nachmittag bis Montag vormittag."

Ran hat aufgehört zu tippen, als sich Cameron so nahe zu ihm beugte, er hat es genossen, hat dessen Wärme regelrecht gespürt und dessen Duft eingezogen. Das Aftershave riecht einfach herrlich und trotz daß er es sicher am Morgen aufgelegt hatte, kann Ranmaru es noch riechen. Als die Einladung nach Aspen kommt, wendet er sich sofort herum und starrt Cameron fast ungläubig an. "Nach Aspen ?....Ich ? Natürlich, gern. Und ich habe nichts vor an diesen Tagen." Stimmt er zu. Er wäre wohl ausgegangen in irgendeinen Club, aber das ist ja unwichtig.

"Gut." Mehr antwortet der Größere ihm nicht - nur ein unmerkliches Nicken folgt seinen Worten und er dreht sich wieder herum, steckt die Hände in seine Hosentaschen und sieht kurz auf den Monitor. "Packen sie ein, Herr Kidaka - gehen sie nach Hause und schlafen sie sich aus, damit sie Morgen Früh ausgeschlafen sind. Ich denke, dann fällt die Arbeit ihnen auch leichter - die Konzentration läßt Nachts nach." Erst dann dreht er sich um und schließt die Türe des kleinen Büros hinter sich - geht nun in sein Eigenes und setzt sich in den Ledersessel an seinem Schreibtisch, nachdenklich die Augen schließend, während er sich das bevorstehende Verkaufsgespräch durch den Kopf gehen läßt.

"Wie sie wünschen." Weht es Cameron noch nach. Ran seufzt leise, als die Tür hinter seinem Chef zugeht und lächelt dann doch. "Mein Gott, nach Aspen....Ich bin ein Glückspilz....Und er, so ein toller Mann." wispert er und schwärmt ein wenig, während er seine Sachen zusammenrafft und den Computer herunterfährt. Er packt rasch alles in seine Tasche und zieht seine Jacke an. Den Schlips hat er auch in die Tasche gesteckt und bevor er geht, klopft er noch einmal kurz bei Cameron an die Tür und blinzelt hinein. "Eine gute Nacht, Sir....Und sie sollten auch gehen, sie sehen erschöpft aus."

Als es klopft, schließt der Größere seine Augen und seufzt innerlich - verwünscht für einen Herzschlag seine Stellung und sieht erst dann zu dem Jüngeren auf, als dieser sich verabschiedet. "Nur emotional - körperlich benötige ich noch keine Ruhe. Ich werde allerdings nicht mehr lange hierbleiben, ich wäre ein schlechtes Vorbild, wenn ich meine eigenen Ratschläge in den Wind schlagen würde. Auch ihnen eine gute Nacht, Herr Kidaka ... sie hören die nächsten Tage von mir."

Im Geiste von Ran spuken wieder Gedanken herum, wie gut Cameron jetzt aussieht, wo ein, zwei Haarsträhnen so frech sind und sich in sein Gesicht gestohlen haben und auch, daß die Krawatte lockerer sitzt, sorgt dafür, daß Ran heiß und kalt wird. "Bis Morgen dann." Wispert er fast nur und schließt dann die Tür. ‚Warum fühl ich mich nur so anders.... Er sieht so gut aus...' Solche Gedanken gehen ihm durch den Kopf, als er in den Fahrstuhl steigt und er die Firma verlässt, um heimzufahren.

Oben in seinem großen Büro schaltet Cameron seinen flachen Monitor an - seufzt lautlos und wählt mit wenigen Berührungen auf dem Touchscreen die Überwachungsmonitore des Gebäudes, mit denen er auch schon zuvor den schlanken Übersetzer entdeckt hatte. Langsam folgt er ihm über die verschiedenen Kameras bis zum Parkplatz - beobachtet ihn, wie er einsteigt und schaltet den Monitor schließlich wieder aus, um seinen Whiskey auszutrinken und schließlich aufzustehen, da er seinen eigenen Ratschlag beherzigen wollte, jeglichen Gedanken an seinen jungen Untergebenen dabei verdrängend.

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Ran kommt am nächsten Tag früher in die Firma und macht sich gleich wieder an die Arbeit. Er arbeitet jetzt wirklich konzentrierter, schlürft nebenher seinen Tee und ist dann fertig, als die Sekretärin von Cameron in sein winziges Büro geplatzt kommt und ihm eine dicke Mappe auf den Schreibtisch knallt. "Hier sind ihre Unterlagen für die Reise. Fahrkarten, Hotelschein und Unterlagen für die Präsentation." Mehr sagt sie nicht und Ran gibt ihr noch die fertige Übersetzung mit, bevor sie geht und er sich der Mappe widmet und alles zu studieren anfängt. Seine Kollegen und Kolleginnen kucken ab und an zu ihm rein und Diejenigen, die er ein wenig kennt, beglückwünschen ihn auch auf ehrliche Weise.

Andere hingegen sind nicht so begeistert von dieser Nachricht - einige Damen, die sich selbst gerne als Begleitung gesehen hätten, tuscheln ein wenig, während sie ihren Kaffee trinken und wundern sich gehässig, wie dieser Frischling nur an die so begehrte Stelle gekommen ist. Ein anderer junger Mann, der mit Ran eingestellt wurde, ist ebenso besorgt, da er sich in den jungen Übersetzer verliebt hat und nur zu gut weiß, daß Herr McPhierson mehr als nur gut aussieht. Schnell schlüpft er in das Zimmer des jungen Mischlings und schließt die Türe - setzt sich auf die Kante des Schreibtisches und grinst nun breit zu dem Übersetzer runter. "Wie ich hörte, bist du das Wochenende mitm Cheff in Aspen - Glückwunsch, Ran. Ich hatte gehofft, daß wir wieder Volleyballspielen würden ... aber die Firma geht vor, ich weiß."

"Tut mir leid, Frank, ich hab's ganz vergessen, war wohl zu spät letzte Nacht." Entschuldigend lächelnd, hat Ran einen verlegenen Schatten auf den Wangen, als er zu Frank aufsieht. "Und ?...Tratschen die Anderen, die mir eben noch gratuliert haben, fleißig ?"

"Natürlich - was erwartest du, Ran ?" Leise seufzend, läßt der Größere seinen Kopf sinken und streicht sich über das Gesicht - lächelt dann allerdings wieder, wenn auch etwas gequält. "Den Chef nach Aspen zu begleiten - jede Frau und auch einige der Männer hätten sonstwas gegeben, mit ihm mitfahren zu dürfen. Und du frägst nicht mal und bekommst den Job. Unfair ... aber denke mal, ehrlich verdient. Und das Training, vergiß es einfach, Okay ? Ich weiß doch, daß du bis über die Ohren in Arbeit steckst und daß du die Arbeit höher schätzt als deine Freizeit, du bist einfach viel zu sehr Japaner." Die letzten Worte sind ein wenig neckend und Frank stubst den Jüngeren kurz sanft an - seufzt leise und betrachtet den Gegensatz ihrer Haut, Rans helleres Blau und sein tiefes Rot. Schon, als sie frisch von ihren Unis aus hier eingestellt wurden, hatte Frank sich in den schlanken Mischling verliebt - doch eine Gelegenheit, ihm das zu sagen, hatte sich bisher noch nicht ergeben und so bleibt der junge Rote dabei, wenigstens beim Volleyball öfters mal in Körperkontakt zu kommen und ihm beim Duschen nachzusehen.

Ran bemerkt, daß Frank was bedrückt, denn normal war er fröhlicher und besser gelaunt. "Machst du dir Sorgen ?....Ich komme schon klar, Frank, es ist nur eine Präsentation und sie brauchen einen Japanischübersetzer, um deren Gespräche zu belauschen, wer kommt schon drauf, daß ein blauer Sekretär Japanisch spricht ?" Ran lächelt aufmunternd nach seinen Worten und sieht weiter zu Frank auf. "Und beim nächsten Training hänge ich mich noch mehr rein als sonst."

Ein leises 'Verdammt, kapierst du denn nicht ...?' denkend, nickt Frank unmerklich ... dann steht er wieder auf und lächelt aufmunternd, wuschelt dem Blauhäutigen durch das kupferfarbene Haar und nickt erneut. "Geht klar - glaub ja nicht, daß ich dich so schnell gewinnen lasse ! Und du hast ja Recht - ich ... ich mache mir wirklich zuviel Gedanken, was soll schon weiter passieren, außer, daß Herr McPhierson eins der größten Geschäfte für die Firma abschließt, das es jemals gegeben hat und damit vom Vize-Chef zum Chef der Ostküste wird." Erneut lacht er leise, doch das vergeht ihm schlagartig, als die Türe des kleinen Büros sich öffnet und der Mann, von dem gerade geredet wurde, eintritt und die Zwei ernst beobachtet. Ein entsetztes "Chef ?! Shit ... bitte verzeihen sie, ich glaube, die Kaffeepause ist schon vorbei, ich hatte Ran nur wegen unserem Training gefragt ..." hervorsprudelnd, sieht Frank zu, daß er so schnell wie möglich wieder an seinen Arbeitsplatz kommt, damit er keinen Ärger bekommt. Cameron indes schließt nur die Türe hinter dem jungen, großen Roten - dreht sich wieder zu Ran um und lächelt unmerklich, als er kurz auf den Umschlag nickt und dann zum Fenster des kleinen Büros tritt. "Wie ich sehe, hat Dana ihnen schon die Unterlagen gebracht, Herr Kidaka ... sie fungieren dort als mein persönlicher Assistent und Sekretär, lassen jedoch nicht durchblicken, daß sie jedes Wort verstehen. Unsere Kunden wissen, daß ich Japanisch kann - doch von ihnen wissen sie es nicht."

Ran hat geschmunzelt, als Frank so schnell die Flucht ergreift und jetzt wendet er sich ganz Cameron zu, damit er nichts verpasst. "Das habe ich mir schon gedacht... also, daß ich nichts durchblicken lassen soll. Ich werde mich bemühen, keine Fehler zu machen, Sir."

"Gut." Eine Weile betrachtet der große Blaue den feinen Schnee, der langsam fällt und die Bäume vor dem Firmengebäude überzuckert ... behält seine Hände verschränkt im Kreuz und spricht erst nach einer Weile wieder. "Frank Smith - ein vielversprechender, junger Programmierer, den ich von einer anderen Universität für die Firma abwarb. Sie sind befreundet, nicht wahr ? Ich hörte, daß sie zweimal die Woche zum Volleyball gehen und öfters am Wochenende freundschaftliche Spiele mit anderen Mannschaften absolvieren. Gab es wegen der Geschäftsreise Schwierigkeiten ?"

Ran lächelt und nickt leicht. "Ja, wir sind Freunde, wir sind ja zur selben Zeit eingestellt worden, es hat sich so ergeben, auch mit dem Volleyball spielen.....Und das Training ? Es wird wohl einmal ausfallen, ich hatte es vergessen. Meine Arbeit geht auf jeden Fall vor."

Bei der Antwort zufrieden nickend, zeigt sich erneut ein unmerkliches Lächeln auf den Lippen Camerons - dann dreht er sich um und löst seine Hände, steckt die Linke in die Tasche und wendet sich zu der Türe des kleinen Büros. "Ich habe auch nichts Anderes von ihnen erwartet, Herr Kidaka - ich wünschte, es gäbe mehr Mitarbeiter wie sie, die ihre Arbeit vor die Freizeit stellen. Ich erwarte sie in zwei Tagen am Flughafen, bitte sehen sie zu, daß ihre Übersetzung bis dahin erledigt ist. Ich trage dafür Sorge, daß sie keine weitere Arbeit bekommen, damit sie sich völlig der endgültigen Übersetzung dieses Vertrages widmen können."

"Ich danke ihnen... Aber das ist nicht nötig, er werde in ein paar Stunden fertig sein, Sir." Es ist Ran unangenehm, er war Heute früher gekommen und hat so ein ganzes Stück geschafft, er würde Heute fertig werden und dann würde er unnütz herumsitzen.

Cameron indes merkt sehr wohl, was in dem Jüngeren vorgeht - erneut huscht ein wohlwollendes Lächeln über die sonst so ernsten Mundwinkel und er sieht noch einmal zurück, als er schon die Türe öffnet. "Widmen sie sich den Unterlagen für die Präsentation, sobald sie mit der Übersetzung fertig sind, Herr Kidaka - es ist von Nutzen, wenn auch sie die Daten kennen, um mir besser zur Hand gehen zu können." Dann tritt er aus der Türe und schließt sie hinter sich - sieht mit dem gewohnten Ernst zu den anderen Mitarbeitern und nickt, als diese schnellstmöglich wieder an ihre Arbeit gehen, um sich keine Rüge einzufangen, geht zurück in sein eigenes Büro und schließt die Türe leise hinter sich.

"Ist gut, Sir." Weht es Cameron noch nach, dann stürzt sich Ran in seine Arbeit, um die Übersetzung so schnell und sauber wie möglich fertig zu bekommen. Irgendwie freut er sich wirklich auf die Reise, es ist eine Chance, daß er sich hocharbeiten kann. ‚Fleiß zahlt sich doch aus, Vater hatte ganz recht.'

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