Balken01a


”Wait for me” 03
 

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Die Fahrt über schwieg Kira, ebenso im Aufzug. Es kochte in ihm und wenn er etwas sagen würde, bevor sie in der Wohnung waren, würde es eine unschöne Szene geben. Im Grunde war es eine Nichtigkeit gewesen, die ihn so aufregte, aber das brachte ihn so aus dem Trott, daß er gleich zuschlug und Kael eine harte Ohrfeige verpasste, als die Tür der Wohnung hinter ihnen ins Schloss gefallen war. "Du liegst im Dreck und bist noch immer so arrogant, du widerst mich wirklich an !!"

Der Blaue fing die Ohrfeige ohne ein Wort und zeigte so auf erschreckende Weise, wie sehr er es inzwischen gewohnt war ... auf die harschen Worte nickte er nur und senkte den Blick, als er seine Jacke und die Stiefel auszog. Erst, als er damit fertig war, hob er den Blick wieder und für einen Moment brannte in ihnen dieses kalte Feuer unter dem Eis seiner Augen - doch dann verging es wieder und nurmehr die Kälte blieb, als er ihm leise antwortete, während er schon den Gürtel seiner Hose öffnete. "Wo und wie ?"

Kira war einen kleinen Moment geschockt über das Verhalten Kaels, aber das verging rasch. "In deinem Zimmer !" knurrte er und zog seinen Mantel und die Schuhe aus. Er kochte, er schäumte vor Wut und er konnte es einfach nicht unterdrücken. Dadurch wurde er noch wütender und das würde er an Kael auslassen. Grob packte er ihn am Arm und zerrte ihn mit sich in das Gästezimmer, das der Blaue für die Zeit hier bewohnte.

Jener ließ sich wortlos mitzerren - nur ein leichtes Heben seiner Oberlippe über die Zähne zeigte, daß er nur widerwillig folgte und auch der Griff an seinem Arm schmerzhaft war. Als sie im Gästezimmer ankamen, riß Kael den Arm aus dem Griff und verengte kalt die Augen - doch dann senkte er den Blick wieder und zog seine Hose aus, ließ sie einfach fallen und das Netztop folgen, ehe er vor dem Bett stehenblieb und widerwillig folgsam darauf wartete, was der Gelbe von ihm wollte.

"Stütz dich drauf !" forderte Kira. Er wollte hinter Kael stehen und ihn nehmen, so war es einfacher, er mochte es auch sehr und er wollte haben, was er mochte. Schließlich bezahlte er ja auch dafür. In seiner Wut zog er sich etwas hastig aus und warf die Klamotten einfach zu Boden. Nebenher hielt er nach der Tube mit dem Gel Ausschau, er hasste es, Jemanden trocken zu nehmen, es war unangenehm und er dachte im Moment nicht an den Blauhäutigen.

Der hatte zwar sehr wohl verstanden, was Kira wollte und er konnte sich schon denken, nach was dieser Ausschau hielt - doch er fühlte dessen Wut und sah auch, daß der Gelbe gerade einmal halb erregt war. Kael fällte innerhalb zweier Herzschläge einen Entschluß, denn er wollte nicht, daß Kira noch wütender wurde - drehte sich wieder um, ging vor dem Gelben auf die Knie und nahm mit der Rechten dessen halberwachte Männlichkeit, leckte kurz darüber und fing an, ihn mit seinem Mund und seiner Zunge zu verwöhnen, um ihn einerseits hart und andererseits auch naß zu bekommen, so daß Kira nicht mehr nach dem Gleitgel suchen mußte.

Das überraschte Kira, es milderte seine Stimmung aber doch ein wenig ab. Kael schaffte es, ihm ein wohliges Knurren zu entlocken. Die Erregung Kiras verhärtete sich rasch und es dauerte nicht lange, bis er bereit war. "Ich bin soweit, hör auf." kläffte er Kael an und schob ihn von sich.

Ohne ein Wort stand der Blaue auf und leckte nur kurz über seine Lippen - dann stützte er sich auf dem Bett auf und hielt Kira seinen Hintern entgegen, wohlwissend, was nun folgen würde. Mittlerweile hatte Kael schon mitbekommen, daß der Gelbe darauf stand, ihn hart von hinten zu nehmen - und so bereitete er sich darauf vor, auch wenn seine Bein- und Gesäßmuskeln ein wenig angespannt waren durch die Position, so blieb sein Schließmuskel entspannt und bereit für die Größe, die gleich in ihn dringen würde.

Lange ließ Kira nicht auf sich warten, er kam sofort hinter Kael, packte dessen Hüfte und drang dann gut gezielt in einem Rutsch in ihn ein. Er ließ ihm keine Zeit, zog sich wieder zurück und rammte seine Härte erneut in den Kleineren. Den groben Rhythmus behielt er bei. Es war zwar anstrengend, aber er wollte es so. Sein Atem ging tief, stoßweise, und hin und wieder knurrte Kira etwas rauer. Kael war eng, trotz daß er schon so viele Freier gehabt hatte, es fühlte sich gut an.

Nur manchmal entkam dem Schlankeren ein Laut, wenn Kira besonders hart in ihn stieß, doch es war nicht allzu schmerzhaft ... manchmal war es sogar angenehm, doch die Finger, die sich in das blaue Fleisch gruben, zerstörten jegliche Gedanken daran, daß es vielleicht schön sein könnte, wenn dies nicht so und auf diese Weise geschehen würde. Und wie er es sich angewöhnt hatte, hielt Kael seine eigene Lust zurück - solange ein Freier nichts in dieser Richtung wollte oder sagte, war er nur ein Stück Fleisch, das gebraucht und wieder weggeworfen wurde, genauso, wie es seine Kunden wollten. Daß er selbst nach über zwei Jahren noch nicht ausgeleiert war, hatte er eigentlich nur seiner Willenskraft und seinem Training zu verdanken ... und der Tatsache, daß er in dem Moment, wenn sein Kunde sich befriedigte, den Stolz vergaß, der sonst eine so starke Mauer um sein Inneres bildete. Der schlanke Callboy hatte schon früh gelernt, daß ihm sein Stolz beim körperlichen Akt nur Schmerzen einbrachte - daß es einfacher und auch schmerzfreier war, seinen Stolz zu vergessen und zumindest hier nachzugeben und die Demütigung zuzulassen, die es brachte, eine Hure zu sein. Doch dies hier ging noch tiefer ... dies war kein namenloser Kunde, den er nie wieder sehen würde. Dies war Jemand, der ihn kannte, seine Schwächen nutzte und alles Erdenkliche tun würde, um ihm in diesem Monat die Jahre des Spottes zurückzuzahlen. Und genau aus diesem Grund fiel es Kael schwerer, sich zu entspannen und nachzugeben - auch wenn er es letztlich tat, um es sich und auch Kira leichter zu machen, dafür zu sorgen, daß dieser schnell und hart kam.

Das wollte Kira im Moment auch, er wollte schnell kommen. Nachher würde er sich mehr Zeit lassen, aber nicht jetzt. Es war so, als bräuchte er es, um sich wieder zu beruhigen. Schneller und härter trieb er sich in Kael, schneller... Dann endlich kam er und schrie erlöst auf. Der Orgasmus wütete in seinem Körper, seine Beine blieben aber fest stehen, er würde nicht wanken, keine Schwäche zeigen. Nach tiefen und schweren Atemzügen hatte er die Auswirkungen soweit heruntergekämpft, daß er sich aus Kael löste und einen Schritt zurücktrat. Man spürte förmlich, wie er etwas ruhiger wurde und nur ein leises "Leg dich aufs Bett." grollte. Diese Nacht würde er sich austoben, bis er nicht mehr konnte.

Nun doch ein wenig überrascht, nickte der Blaue nur, auch wenn er den Kopf weder wendete noch einen Blick zurück warf. Ohne ein weiteres Wort oder eine Regung zu zeigen, legte Kael sich auf die Decke, spreizte dabei die Beine und wartete, da er sicher war, daß Kira schnell wieder in ihn kommen würde, wenn er dessen Wut richtig einschätzte. Als der Gelbe jedoch nicht sofort kam, drehte Kael den Kopf doch ein wenig - sah zu ihm und lächelte spöttisch, als er ein leises "Schaffst es wohl doch nicht mehr ?" zu ihm wisperte. Der schlanke Callboy wußte, daß er ihn damit noch wütender machte - doch er konnte sich diese Bemerkung nicht verkneifen, da er gesehen hatte, daß Kira noch nicht wieder hart geworden war.

Und so war es auch. Kira wurde wieder wütend. Hätte Kael diese Bemerkung nicht gemacht, wäre er jetzt etwas sanfter gewesen, aber nun nicht mehr. ‚Dieses Arschloch... warum hält er nicht sein Drecksmaul ?!' Sein Blick wurde wieder finsterer, als er aufs Bett zukam. Er würde es ihm zeigen. Als er auf das Bett kam und zwischen die abwartend gespreizten Schenkel, griff er vor und packte die Handgelenke des Blauen. Er zog sie zu sich und drückte sie fest auf das Bett. So fesselte er ihn regelrecht und rieb seine Erregung knurrend an Kaels Hintern um wieder richtig hart zu werden.

Als hätte er es geahnt, schloß der Blaue seinen Mund und auch die Augen, um ihn nicht noch weiter zu reizen. Sein Körper wurde weich, damit er ihn gut aufnehmen konnte - in dieser Stellung würde Kira tiefer in ihn kommen können und der Winkel war nicht gerade das Beste. Entgegen seiner gehässigen Bemerkung, schwoll die Härte des Gelben rasch wieder an - gefangen in dem stählernen Griff entspannte sich Kael und wartete, biß die Zähne zusammen und erstarrte nur ganz leicht, als Kira hart in ihn stieß und sich völlig in ihn rammte. Die Muskeln des Schlankeren wurden schnell wieder weich und willig - so riskierte Kael keine Verletzung und er hoffte auch, daß es Kira noch ein wenig mehr erregen würde, damit dies schnell vorbei wäre.

So schnell würde Kira nicht aufhören. Wieder und wieder stieß er hart in den Kleineren, der Griff an dessen Handgelenken wurde dabei fester. Er bezahlte für Kael und so wollte er etwas für sein Geld bekommen. Das redete er sich zumindest ein in seiner Wut. Das hier machte ihm nicht mal Spaß und das machte ihn fast noch wütender.

Kael hörte keinen dieser Gedanken, doch er fühlte sie .... fühlte in einem jeden Stoß die Wut des Anderen und fühlte auch, daß dieser zwar hart war, doch keine rechte Lust dabei empfand. Dies war eine der schlimmsten Situationen, in die eine Hure wie er kommen konnte - auch wenn es nur wenige Herzschläge waren, so marterte er in dieser Zeit sein Gehirn für alle ihm bekannten Möglichkeiten und entschied sich schließlich für eine. Langsam, so daß es nicht auffiel, brachte er ein wenig Widerstand in den Griff seiner Handgelenke, spannte manchmal seine Muskeln an und entspannte sich dann wieder, ein Verhalten, das einer vermeintlichen Gegenwehr ähnelte und dazu da war, einen Peiniger noch mehr anzuheizen. Auch wenn es bisher nur wenige Male passiert war - Kael kannte die grausame Wut, die in einem Freier erwachen konnte, der nicht weiterkam und seine sexuelle Frustration an ihm ausließ.

Als Kira die leichte Gegenwehr spürte, grollte er leise. Er zog wieder fester an den Handgelenken, zog sie noch ein Stück zu sich und Kael somit noch etwas dichter in den Stoß. Genau das hatte es gebraucht, daß Kira kam und sich düster aufschreiend in den Blauhäutigen verströmte. Langsam, nur sehr langsam ließ er die Handgelenke los, keuchte schwer und löste sich, um sich etwas nach hinten sinken zu lassen. Das hier war anstrengender als Sex, der Freude machte... Sex, bei dem man was fühlte.

Erst nach einigen Momenten zog Kael seine Hände wieder zu sich hoch und hob leicht den Kopf, jedoch nur, um sich ein klein wenig auf die Seite und somit bequemer hinzulegen. Sein Blick war auf den Rücken des Gelben gerichtet und er betrachtete ihn, zog eine jede Linie des feinen Tattoos an dessem Hals und Rücken mit seinen Augen nach und fragte sich insgeheim, wo und wann Kira dies hatte stechen lassen. Es waren nur wenige Jahre, nicht einmal eine Handvoll, die seit der Schule vergangen waren - doch sie schienen so lange, eine Lebenszeit, in der ihre Rollen gewechselt hatten, ihre gesamte Welt anders geworden war. Und für einen winzigen Moment erwachte eine Erinnerung in Kael - der Augenblick, der sein zuvor gekanntes, sorgenfreies Leben wie eine undenkbar scharfe Scherbe zerschnitten und nichts weiter als ein Meer voller scharfer Splitter zurückgelassen hatte. Ohne, daß er es merkte, zog Kael seine Beine ein wenig näher an sich - ein unbewußtes Suchen nach Schutz, das er aber nicht bemerkte und auch niemals getan hätte, wenn er klaren Gedankens gewesen wäre.

Kira wandte den Blick herum, als er die Bewegung wahrnahm und den Stoff des Bettes leise knistern hörte. Noch war sein Gesicht wutverzerrt, es änderte sich aber ein klein wenig. Kael hatte eine Schutzhaltung eingenommen, er wollte sich vor Kira schützen. Vor ihm schützen ? Das stach Kira mitten ins Herz. Noch nie war er so grausam gewesen, doch als er den Blick auf das Gesicht des Blauen legte und er dessen Augen sah, konnte er sehen, daß er sich an etwas zu erinnern schien. Ein abwesender Blick. Ohne ein Wort zu sagen, stand Kira vom Bett auf. Raffte seine Kleidung zusammen und verließ das Zimmer. Jetzt brauchte er selber Ruhe, um sich wiederzufinden. Das Wiedersehen mit Kael hatte sein Leben durcheinandergebracht. Ein Leben, daß er sich mühevoll aufgebaut hatte und das in kürzester Zeit mit viel Arbeit und Herzblut. Auf dem Weg in sein Zimmer kam er wieder an der Bar vorbei und nahm eine Flasche Wein mit, die er sich beim Baden genehmigen würde. Er musste abschalten.

Etwas, das auch der Blaue tat, doch auf andere Weise. Kael zwang sich mit Gewalt dazu, diese Gedanken wieder zu vergessen und richtete sich auf - er hatte nicht einmal gemerkt, daß Kira gegangen war, etwas, das nicht passieren sollte. Vorsichtig stand der schlanke Callboy auf und ging in das kleine Gästebad, das durch einen kleinen Türbogen erreichbar war, stieg unter die Dusche und säuberte sich ausgiebig. Als er mit der Dusche fertig war, erledigte er noch seine Abendtoilette und ging wieder zurück in das Gästezimmer, zog das Laken ab und nahm ein Frisches aus dem kleinen Schrank, der in dem Zimmer war, um das Bett neu zu beziehen. Erst jetzt ging er in den Gang und holte leise die Tüten mit der Kleidung, trug sie in das Gästezimmer und räumte sie in den Schrank, zog einen der Slips an und schloß die Türe des Zimmers, um den Gelben nicht weiter zu stören. Kael hatte hören können, daß dieser im Bad war - und er war froh darum, daß das Gästezimmer ein eigenes, kleines Bad hatte, so daß er ihn nicht stören mußte.

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Noch im Halbschlaf drang wieder dieser Kaffeeduft an Kiras Nase. Somit wachte er überrascht auf und stöhnte leise. Er fühlte sich leicht gerädert, dabei hatte er doch gar nicht so viel Sex gehabt. Sex ? Nein, das war kein richtiger Sex, er hatte einfach nur gefickt, um sich abzureagieren. Sex war für ihn was Schönes, was Zärtliches, etwas, das er bei Kael nicht haben konnte, weil der ihn immer wieder reizte. "Wie komm ich nur auf den Gedanken ?" murmelnd, schälte er sich aus den Laken und grollte leise, als etwas zwischen seinen Beinen nach Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit schrie. "Maul halten, Arschloch." knurrte er seine Morgenlatte an und verschwand im Bad.

Fast sofort, als die Zimmertüre knarrte, hob Kael den Kopf - er hatte die Worte wohl gehört, doch es verwunderte ihn ein wenig, daß der Gelbe das zu seiner Männlichkeit sagte. Leise seufzend, stellte der schlanke Callboy die Tasse hin und stand auf, ging zu dem Anderen ins Bad und schloß die Türe hinter sich. Ohne ein Wort kam er zu dem mittlerweile Nackten und berührte dessen Härte - kniete sich hin und nahm ihn zwischen seine Lippen, tiefer in seinen Rachen und begann, ihn gekonnt zu erregen, während seine Fingerspitzen mit dem verbleibenden Schaft und dessen Hoden spielten.

Damit hatte Kira nun absolut nicht gerechnet, erst wollte er etwas sagen, doch dann ließ er es und grollte leise. Jetzt bekam das Arschloch von Schwanz doch, was er wollte. ‚Blödes Arschloch.' dachte er und stöhnte, als Kael kurz schluckte. Kira hatte keine Probleme mit seinem Penis, aber Heute hatte es genervt und er wusste nicht mal, warum. Vielleicht hatte er verhindern wollen, daß Kael genau das tat, was er jetzt tat.

Von diesen Gedanken ahnte der Blaue jedoch nichts und tat weiterhin das, wofür ihn Kira bezahlte ... dies war vertrauter Grund, dies war etwas, das er konnte und von dem er wußte, wie er es behandeln sollte. Schon nach kürzester Zeit fühlte Kael, daß der Gelbe nicht mehr lange brauchen würde - und so intensivierte er seine Bemühungen noch, auch wenn er tunlichst vermied, Kira zu überreizen.

Der grub seine Hände in das weiche Haar Kaels und keuchte schwer. Also eins war klar, das Blasen hatte der Blauhäutige drauf und zwar vom Feinsten. Als Kael seine Bemühungen weiter verstärkte, grollte Kira wieder leise, dann kam er und sein Atem stockte einen Moment, weil er sich auf die Unterlippe biss, um nicht aufzuschreien.

Gekonnt fing Kael den Samen und schluckte ihn langsam, achtete dabei aber darauf, nicht zuviel Reiz auf die Härte in seinem Mund auszuüben. Ein Talent, das er mühsam erlernt hatte - doch er konnte es und schließlich nahm er die rasch erschlaffende Männlichkeit aus seinem Mund, leckte noch die letzten Tropfen herab und stand auf, um wieder in die Küche zu gehen und dort seinen Kaffee weiterzutrinken.

Zurück blieb ein verblüffter Kira. Er hatte jetzt erst gesehen, daß Kael ein Veilchen hatte. So fest hatte er doch gar nicht zugeschlagen. "Oder ?" fragte er sich selber und fuhr sich durch die zerzausten Haare. Kira war von sich selber erschüttert, er war eigentlich kein Schläger. "Es war ein Ausrutscher." beruhigte er sich und atmete tief durch, um sich zu fangen. Als dies gelungen war, wusch er sich, ging zurück in sein Schlafzimmer, zog sich eilig an und kam dann erst in die Küche.

Währenddessen war Kael noch einmal in das Gästebad gegangen und hatte dort die angeschwollene Haut an seinem Auge aufgestochen, das schwarze Blut behutsam herausgedrückt und mit Taschentüchern aufgefangen. Auf diese Weise sah man so gut wie gar nichts mehr von dem Veilchen und spätestens nach zwei Tagen würden auch die letzten Reste verschwinden. Die blauen Flecken an seinen Armen konnte er jedoch nicht so leicht behandeln und so zog er einfach wieder den Bademantel über und ging in die Küche, setzte sich hin und nahm gerade einen Schluck des noch immer heißen Kaffees, als der Gelbe zu ihm in die Küche kam.

Kira konnte nicht anders, als Kael für einen Moment anzuglotzen. Eben sah der Bluterguss noch viel schlimmer aus, oder hatte er sich geirrt ? Hatte er sich das nur eingebildet ? Einen Moment stand er da wie ein hypnotisiertes Karnickel, dann schüttelte er den Kopf und brummte ein "Morgen.", weil er es ja eben irgendwie versäumt hatte.

Zuerst antwortete ihm nur eine kühl nach oben gezogene Braue - doch dann nickte der Blaue und stellte den Kaffee auf die Seite, lehnte sich an den Küchenstuhl und schlug die langen Beine übereinander. "Guten Morgen. Und mach dir keine Sorgen - man wird bald nichts mehr sehen, ich habe Erfahrung in solchen Sachen. Schließlich wollen wir ja nicht, daß du einen schlechten Ruf bekommst. Wenn du Kaffee willst, es ist noch einer da." Dann verstummte er wieder und nahm seine eigene Tasse auf, legte beide Hände darum und genoß die wohlige Wärme des heißen Getränks.

"Ähm, ja." Mehr sagte Kira wieder nicht und drehte sich herum. Kael machte ihn wirklich ganz kirre. Rasch holte er eine Tasse aus dem Schrank und füllte sie. Hinzu kam viel Zucker und Milch, er brauchte was Süßes und zwar sofort. Durch die Milch war der Kaffee nicht mehr so heiß, so konnte er ihn in einem Zug trinken. Das passierte so schnell, daß der nicht aufgelöste Zucker dem Kaffee hinterher folgte. Als er den Zucker aus der Tasse schlabberte, wurde ihm bewusst, wie dämlich er sich gerade benahm und stellte die Tasse wieder auf die Ablage. Den Blick hinter sich konnte er fast fühlen und er war sicher, daß er sich nur umdrehen brauchte und in dieses spottende Gesicht blicken würde.

Für einen Moment hatte Kael auch überlegt, etwas zu sagen - doch er ließ es und trank seinen Kaffee aus, stand auf und wusch die Tasse ab, ehe er den Gelben fragte. "Hast du für Heute etwas geplant ? Ich muß mich ja darauf einstellen können. Wenn nicht, dann bin ich im Bad." Daß ihn Kira nicht nur für den Sex wollte, war für den Blauen mehr als nur eindeutig, denn sonst hätte er ihm nicht so edle Kleidung gekauft, für Zuhause hätte auch der Bademantel gereicht.

"Ja, ich hab noch Termine... ein Essen mit ein paar Bekannten.... aber erst um Zwei." Letzteres fügte er noch an. Somit konnte Kael ruhig im Bad verschwinden. Kira selbst konnte sich dann beruhigen und frühstücken.

Mit einem kurzen Nicken drehte der Blaue sich zu ihm um und musterte ihn kalt - nickt erneut und antwortete ein kurzes "Gut. Hast du einen besonderen Wunsch, was die Kleidung betrifft ? Und wie ich mich verhalten soll ?", ehe er wieder verstummte und auf eine Antwort des Gelben wartete. Ihm war klar, daß er Kiras Wünschen gehorchen mußte - zumindest bis zu einem gewissen Grad, auch wenn das eigentlich nicht zu ihrem Deal gehört hatte.

"Ich treffe mich mit dem zukünftigen Manager des neuen Clubs, es geht da etwas lockerer zu, er ist ein Freund und wird denk ich auch Jemand bei sich haben.... tanz mir einfach nicht auf der Nase herum, Okay ?" Kira war es ernst, er wollte nicht wieder wütend werden und das Essen mit seinem Bekannten genießen.

"Okay. Sag mir einfach nur, wie ich mich verhalten soll - ob ich für dich eine Begleitung, eine Hure, einen Freund oder einen Gefährten spielen soll, schließlich erfordert das unterschiedliches Verhalten. Und keine Sorge, ich kann mich sehr gut verstellen ...." Das Letztere wurde wieder von einem kalten Ton begleitet, der nur zu deutlich machte, daß Kael nur während dem Essen so sein würde.

"Eine Eroberung, mehr nicht... Noch nicht zu vertraut, aber vertraut genug." erklärte Kira. Kael war ziemlich abgebrüht und daher vertraute er drauf, daß nichts schief ging. ‚Ich vertraue drauf, daß Kael nichts Falsches tut.... daß ich so was jemals denke. Nicht zu fassen.' Innerlich schüttelte er den Kopf, es stimmte aber. Er vertraute, oder hoffte zu mindest drauf, daß alles gut ging.

Irgendwie schien der Blaue den inneren Zwiespalt zu fühlen und seufzte, ehe er noch ein leises "Keine Sorge - ich werde mir nicht den Deal mit dir verderben, indem ich das verpatze." wisperte und wieder in sein Zimmer ging. Und es stimmte - auch wenn es viel Überwindung kosten würde, so zu tun, als wäre er in den Clubbesitzer verliebt, er hatte Vertrauen in sich und wußte, daß er es konnte. Schließlich verwarf Kael den Gedanken aber wieder und überflog die Kleidung, die er hatte - entschied sich für ein weißes Ensemble mit einem dunkelblauen Hemd und legte es auf das Bett, ehe er innehielt und leise fluchte. Noch immer fluchend, ging er in das Wohnzimmer und zu dem Gelben, der auf der Couch saß und eine rauchte, setzte sich neben ihn und verschränkte die Arme leicht vor seinem Körper. "Wenn das dein Manager ist, dann muß ich mich auch ein wenig schminken und herrichten - dazu brauche ich aber gewisse Dinge. Ist es möglich, daß wir das noch einkaufen ? So, wie ich jetzt bin, brauche ich gar nicht auftauchen, das ist für dich eine einzige Blamage."

Auf die Worte hin war ein leises Husten zu hören, das immer lauter wurde. Kira hatte sich tatsächlich am Rauch verschluckt und rang nach Luft. Daran hatte er nun gar nicht mehr gedacht und er fluchte innerlich. ‚Ich Depp...Ich Volldepp !!!' Was in ihm vorging, sagte er natürlich nicht und er zeigte es auch nicht. "Gut, dann besorgen wir den Kram noch." hustete er mühevoll heraus und rang ein weiteres Mal röchelnd nach Luft, bis er sich endlich wieder gefangen hatte. Rasch drückte er die Zigarette im Aschenbecher aus, das Ding hatte ihn fast umgebracht. ‚Ich sollte aufhören mit dem Scheißzeug.'

"Du solltest damit aufhören - jedenfalls damit, so tief zu inhalieren, schließlich brauch ich dich noch für einige Wochen. Ich zieh mich dann an, damit wir einkaufen fahren können - zum Glück hatten sie in dem Geschäft auch einige Jeans." Man sah es Kael deutlich an, daß er kein großer Freund von Zigaretten war - jedenfalls nicht, wenn Kira sich daran verschluckte. Doch dann ließ der Blaue das Thema fallen und stand wieder auf, ging in sein Zimmer und holte einen Slip, schwarze Socken und eine einfache, schwarze Jeans heraus, dazu einen anthrazithfarbenen, dünneren Rollkragenpullover und zog die Sachen an, um zurück ins Wohnzimmer und schließlich in den Gang zu gehen, damit er die Schuhe und den Mantel anziehen konnte. Auch diesmal hatte Kael nicht mehr als einige Minuten gebraucht - in seinem Beruf war es wichtig, sich schnell an- und auch ausziehen zu können, so daß er sich dabei auch nichts weiter dachte.

Kira war so mit den Worten Kaels beschäftigt, daß er kaum bemerkt hatte, daß der schon wieder fertig angezogen war und an der Tür stand. Kael brauchte IHN noch ?...Er brauchte ihn ? Im Nächsten Moment zuckte Kira leicht zusammen. Aus den Augenwinkel hatte er etwas Blaues gesehen und das war Kael, der an der Tür stand. Abrupt stand der Gelbe auf und kam ihm nach, damit sie gehen konnten. "Ganz schön flink." murmelnd, schlüpfte er in seine Schuhe und nahm wieder den Mantel vom Haken. "Wir laufen, um die Ecke ist ein Laden."

Nur ein leises "Soll mir Recht sein." murmelnd, das ebenso kalt wie sein Gesicht war, schloß Kael die letzten Knöpfe seines Mantels - öffnete die Türe und trat hinaus, wartete beim Aufzug auf Kira und steckte die Hände in die Manteltaschen, während sie nach unten fuhren. Daß er sich insgeheim freute, ein wenig gehen zu können, sah man ihm nicht im Geringsten an - er war es nicht mehr gewohnt, die ganze Zeit in einer Wohnung zu hocken und selbst dieser kleine Ausflug zum Einkaufen half ihm, damit ihm nicht die Decke auf den Kopf fiel. Der Supermarkt hingegen brodelte nur so vor Leben - Familien, Berufstätige, alte Leute ... ohne einen Schritt innezuhalten, nahm der schlanke Blaue einen kleineren Handeinkaufskorb und steuerte zielstrebig die Kosmetikabteilung an. Ob Kira mitkam, interessierte ihn nicht so sehr - Jener hatte lange Beine und mußte sich eben ein wenig anstrengen, momentan war Kael wichtiger, daß er endlich die dringend benötigten Sachen besorgen konnte. Schnell sammelten sich Deodorant, Seife, sein Shampoo und noch andere Kleinigkeiten in dem Einkaufskorb und nur nebenher bekam Kael mit, daß sein momentaner Besitzer noch an seiner Seite war. Schließlich kamen sie in die Schminkabteilung und auch dort suchte der Callboy nicht lange herum - zielsicher nahm er einen schwarzen und einen silberblauen Kajal, Lidschatten, dessen Blau eine Nuance heller wie seine Haut war und eine Abdeckcreme, die genau seinem Hautton entsprach. Dazu noch ein wenig Glitterspray, denn man wußte ja nie, Nagellackentferner und sowohl einen rubinroten, schwarzen, silbernen und auch einen schlichten, dunkelblauen Nagellack, ehe er sich zu Kira umdrehte und kurz nickte. "Ich bin fertig - wir können zahlen, außer, du brauchst noch etwas ?"

Kira hatte interessiert zugesehen. Kael hatte das eh nicht bemerkt. Einkaufen schien ihm Spaß zu machen, irgendwie war der Blauhäutige da etwas weniger kalt. "Nein, ich brauch nichts, wir können gehen." murmelnd, ging er mit Kael zur Kasse und ließ alles einlesen. Der Preis verblüffte ihn nur wenig, Kael hatte seine eigenen Marken und die konnten nicht teuer sein, wenn er so wenig Geld hatte. Er hatte allerdings etwas mehr erwartet. Kael zahlte ja jetzt nicht selber. Sie waren rasch wieder raus aus dem Laden und Kira blieb stehen, um tief durchzuatmen. In solchen Läden, wo es Deos, Parfum und Schminksachen gab, roch es immer so durcheinander, das seine Schläfe anfing zu pochen. Noch länger, und er hätte Kopfweh bekommen.

Nun doch ein wenig überrascht, sah der Blaue auf Kira, als dieser so aufatmete ... doch dann verstand er und einen winzigen Moment lang huschte ein Schmunzeln über seine Lippen, ehe es wieder unter seiner üblichen, kalten Maske verschwand. Nachdem sie ein wenig gegangen waren, wechselte Kael die Plastiktüte mit den Einkäufen in die andere Hand ... unbemerkt ließ er den Probe-Parfümsprayer, den er mitgehen hatte lassen, in die Tüte gleiten und seufzte innerlich. Denn auch wenn es vielleicht nicht nötig gewesen wäre, er wollte sich nicht soweit erniedrigen, Kira auch um ein Parfüm zu fragen.

Das bekam Kira nicht mit, er genoss die frische Luft, bis sie wieder zum Wohnhaus kamen. ‚Ich muss mal wieder joggen gehen.' stellte er fest und seufzte innerlich. Vielleicht würde er dann ja ruhiger werden. Wie auch schon vorhin, schwiegen sie sich im Aufzug an, ebenso, als sie in die Wohnung kamen. Aber dann nahm Kira einfach die Tüte aus den Händen Kaels und brachte sie mit einem "Mal sehen was du da alles hast... Ich will für das Essen nicht zu viel von dem Zeug auf dir haben." zum Sofa und schon kippte er die Tüte auf das Sofa. ‚Kajal... Deo, Schminke, Parfum....Parfum ?' Er hatte doch gar keins gekauft. Als er die Flasche aufhob, prangte ihm ein weißer Aufkleber entgegen. "Tester ?!" Kira hielt Kael die Flasche entgegen. "Du bist echt tief gesunken... warum hast du nichts gesagt ?"

"Weil ich nicht um jede Kleinigkeit bettle ?! Ich hab doch gesehen, wie froh du warst, aus der Parfümabteilung wieder rauszukommen - du glaubst doch nicht im Ernst, daß du geduldig dabeigestanden hättest, bis ich mir meine Marke herausgesucht hätte, wenn um dich herum die Weiber sich einen Gestank nach dem Anderen draufsprühen lassen ?!" Noch während er sprach, riß der Blaue den Tester aus der Hand des Anderen und hielt ihn an sich, und einen Moment lang konnte man in der Kälte seiner Augen den verletzten Stolz Kaels sehen, der sehr wohl wußte, wie tief er gesunken war, daß er so leicht und mühelos stehlen konnte.

Kira seufzte leise und ließ sich auf das Sofa fallen. Natürlich neben die anderen Sachen. "Nett, daß du an mich denkst... aber du hast den Duft doch ausgesucht, den du gerade in den Händen hältst, da hättest doch ne neue Flasche nehmen können.... du scheinst den Duft zu kennen, sonst hättest ihn nicht genommen." Er sprach leise und sah Kael dabei direkt an. "Wenn sie dich erwischt hätten." Es klang fast, als machte er sich Sorgen, das wollte er aber nicht und so fügte er noch ein "Das wäre peinlich für mich geworden, ich kaufe da regelmäßig." an.

"Mach dir deshalb keine Sorgen - die Tester haben keine Sicherungsstreifen und mittlerweile bin ich zu gut, um erwischt zu werden. Und denkst du wirklich, ich hätte auch nur erahnen lassen, daß du zu mir gehörst, wenn ich wirklich erwischt worden wäre ? Du glaubst nicht, wie bestechlich Kaufhausdedektive sind, ein simpler Blowjob oder Fick, und es ist alles bereinigt. Und ja - ich kenne diesen Duft." Ohne ein weiteres Wort räumte der Blaue die Sachen wieder in die Tüte und stand auf, ehe er mit einem "Ich muß mich fertig machen." in sein Zimmer und dort in das Gästebad ging, um sich zu duschen und langsam herzurichten. Die Frage, weshalb er sich gerade diesen Duft aussuchte, hatte Kael unerwartet getroffen - dies war etwas, das er Kira nicht beantworten würde und so zog er sich aus und stieg unter die Dusche, nachdem er sein Shampoo und die Waschutensilien in den kleinen Eckkorb der Dusche gestellt hatte.

Der Gelbhäutige blieb noch einen Moment sitzen, dann raffte er sich auf und ging in sein Badezimmer. Auch er musste sich noch fertig machen. Es würde ein zwangloses Essen werden, somit musste er sich nicht groß rausputzen und konnte etwas Schlichtes anziehen. Allerdings war es in einem guten Restaurant. Kira war für alle Gelegenheiten gut gewappnet und wusste somit auch schon, was er anziehen würde. Die Pläne würde er auch noch mitnehmen, sie hatten nach dem Essen noch Einiges zu besprechen. Das würde aber bei Roger zu Hause passieren. Roger war ein großer Roter, der seit einiger Zeit einen zierlichen Gelbblaumischling an seiner Seite hatte. Irgendwie war es ein seltsamer Anblick, der junge Mann war fast zwei Köpfe kleiner. So in Gedanken wusch er sich und zog sich an und war schneller fertig, als er es erwartet hatte.

Auch Kael war inzwischen fertig - nachdem er geduscht hatte, zog er sich an und lackierte die Nägel in einem schlichten Blau, trug einen unauffälligen, schwarzen Kajalstrich auf, der seine Augen ein wenig betonte und sprühte eine Ahnung des Parfüms auf seine Handgelenke, die er auch auf seinen Schlagadern rieb. Erst jetzt frisierte er noch seine Haare und nickte, als die langen Nackenhaare weich über seinen Rücken wallten, drehte sich um und ging ins Wohnzimmer zu Kira.

"Nicht übel." lobte der ehrlich und lächelte einen Moment. Er selber trug einen schlichten, aber feinen, dunklen Anzug, das Haar hatte er offen, so wirkte es nicht zu streng. Jetzt wusste er auch, warum Kael das Parfum so gefiel, es roch sehr dezent nach Veilchen und ein Hauch von Rose war auch dabei. "Nun, dann lass uns gehen." legte er fest und ging etwas besser gelaunt zur Tür. Er freute sich auf das Treffen mit Roger.

Kael nickte nur und folgte ihm wortlos ... dieses Essen würde ihn viel Kraft kosten und er hoffte, daß er es bis zum Schluß durchhalten konnte. Denn eines war ihm klar - es würde ihm viel abverlangen, seine kalte Maske fallenzulassen und ein Wesen zu zeigen, das er eigentlich immer verbarg.

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